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Bis 1975 betreute und erfreute der Musikverein Rühle uns Dalumer mit dem schönen Klang ihrer Blaskapelle beim Fronleichnamsfest, Schützenfest und anderen Festivitäten.
Eine traditionsreiche Dalumer Blaskapelle mit dem langjährigen Dirigenten Johannes Möller hatte sich aufgelöst.
In vielen Gesprächen mit Vertretern der Gemeinde, der Schulleitung und Dalumer Bürgerinnen und Bürgern erfuhr ich, dass ein großes Interesse an der Gründung eines neuen Musikvereins vorhanden war. Alle signalisierten, dieses Vorhaben zu unterstützen.
Auch die Gemeindeverwaltung stand dieser Idee wohlwollend gegenüber.
Der Schulleiter Herr Rektor Gerhard Baalmann, Herr Hermann Hanenkamp, der Organist und Dirigent des Cäcilienchores unserer Christus-König Kirche Herr Leo Meiners, der Leiter der Volksbank Dalum, Herr Heinz Schomaker, der Leiter der Poststelle in Dalum, Herr Heinz Holt, sowie der Bauer Herr Heinrich Lüttel erklärten sich bereit mitzuhelfen, diese Idee, in Dalum einen neuen Musikverein zu gründen, zu verwirklichen.
Die erste Frage war, wie fangen wir es an und was alles brauchen wir zu einer Gründung?
Vorerst war Werbung angesagt, am besten in persönlichen Gesprächen mit musikinteressierten Bürgerinnen und Bürgern und durch das Verteilen von Werbezetteln, u.a. im Februar 1975 beim landwirtschaftlichen Ortsfest in Dalum. Hier erreichte ich viel Zuspruch.
Ein Dirigent musste her.
Auf Vermittlung von Herrn Lüttel kam es zu einem Gespräch mit dem Dirigenten der Rühler Blaskapelle, Herrn Schuhmann. Leider konnte ich ihn bei einem Besuch nicht überreden, auch bei einer Dalumer Blaskapelle Dirigent zu werden. Auch sein Sohn, der zur gleichen Zeit in Haselünne eine Kapelle aufbaute, war nicht bereit. Vielleicht konnte man Herrn Mählmann, der als Lehrer in Geeste tätig war, dazu bewegen, in Dalum eine Musikkapelle zu leiten. Herr Leo Meiners war bereit, mit mir bei Herrn Mählmann nachzufragen, leider ohne Erfolg. Wir starteten einen 3. Versuch. Herr Georg Rohe war bekannt mit einigen Musikern der Nordhorner "Nino"-Werkskapelle. Ein Mitglied dieser Werkskapelle war dann bereit, einen neu zu gründenden Musikverein in Dalum zu leiten. Nach Bekanntmachen und Vorstellen bei den "Vorstandsmitgliedern" wurde beschlossen, diesen Herrn und alle musikinteressierten Bürger zu einer Versammlung in die Aula der Bonifatiusschule in Dalum einzuladen. Die Versammlung ergab keine große Resonanz.
Der Musikverein brauchte Geld.
Die Gründung mit einem unbekannten Dirigenten war wackelig. Auf meinen Antrag um finanzielle Hilfe bei der Gemeinde Geeste hatte diese mir einen Betrag in Aussicht gestellt. "Es muss aber etwas Konkretes vorgezeigt werden." So unser Gemeindedirektor Herr Heinrich Brinkmann.
Zur Anschaffung von Musikinstrumenten wollte auch der Leiter der Zweigstelle der Volksbank Lingen in Dalum, Herr Heinz Schomaker, versuchen, günstige Kredite zu bekommen. Nicht alle die wohl mitspielen wollten, waren in der glücklichen Lage, ihr Musikinstrument finanzieren zu können. Um mitmachen zu können, sollte ihnen geholfen werden.
Herr Hanenkamp und ich besuchten sodann die Generalversammlung der "Hubertusschützen" in Dalum. Unsere Bitte um eine Spende für unseren Musikverein wurde von vielen Schützenbrüdern entsprochen, leider nicht von allen.
Herr Lüttel und ich besuchten auch mehrere Familien, die uns dann mit einer Spende bereicherten. Bei einer neuen Besprechung des "Vorstandes" (wie namentlich aufgeführt) in der Gaststätte Aepken ließen sich dann 54 Schüler und Jugendliche, die mitmachen wollten, eintragen. Die Dirigentenfrage war noch nicht gelöst.
Deshalb fuhr ich ein paar Tage später nach Meppen zur Musikschule des Emslandes. Hier stellte sich nach meinem Gruß die Frau von Herrn Gustl Huuck vor, der Direktor der Musikschule war. Ich erzählte mein Anliegen. Und siehe da, als hätte sie schon auf mich gewartet. Sie war ganz Ohr, ebenso ihr Mann, der dazu kam. Beide waren begeistert von dieser neuen Aufgabe, die sie übernehmen wollten. Erneut rief ich danach den Vorstand zusammen. Dieses Treffen fand in der Gaststätte Book in Dalum statt. Hier stellte ich ihnen den Direktor der Musikschule des Emslandes, Herrn Gustl Huuck, vor. Beim fröhlichen Umtrunk stellte uns Herr Huuck zwei Musiklehrer in Aussicht, die unseren Musikschülern die "Flötentöne" beibringen sollten, Herr Willy Hahnemann (unseren späteren Dirigenten) und Herr Neitzel. Nach lockerer Unterhaltung auf "Platt", was für Herrn Huuck "Musik in den Ohren war", so sagte er, gingen wir im besten Einvernehmen auseinander.
"Ein Mann möchte dich sprechen." sagte eines Tages meine Frau zu mir, und dann stand ich im Wohnzimmer Herrn Direktor Huuck gegenüber. "Ich komme mit einer Bitte" sagte er zu mir gleich offen heraus. "Und zwar möchte ich für meine Mitarbeiter eine "Fete" organisieren. Zu einem Imbiss fehlt das Nötigste." "Soll ich raten?" fragte ich. "Ja" antwortete er. "Ein Schweinchen?" "Auch ein paar Kartoffeln" ergänzte er. "Das kriegen wir schon hin" war meine Antwort. Kartoffeln hatten wir genug, und Bauer Lüttel stiftete ein schönes Spanferkel. Zu dieser "Fete" wurden dann Herr Lüttel und Frau Maria, Herr Hanenkamp mit Frau Agnes und meine Frau Angela mit meiner Wenigkeit eingeladen. Eine plattdeutsche Geschichte sollte ich dort vortragen. Dazu war ich gern bereit, und sie wurde mit viel Beifall belohnt.
Danach wollte Herr Huuck seine "Big Band Kapelle" in Dalum gern vorstellen. Dies geschah unter großen Vorbereitungen im Saal Aepken. Leider fehlte den meisten Dalumern das nötige Interesse daran. Soweit ich mich erinnern kann, kamen etwa 170 Besucher.
Mit deren Eintrittsgeldern waren die Unkosten nicht zu begleichen. Ich musste zuzahlen.
Musiklehrer, Dirigent, 54 aktive Musiklehrlinge und einige Spendengelder hatte ich zusammen. Ein Musikverein konnte gegründet werden. Etwa 80 Interessenten waren gekommen. Darunter Leo Meiners, Herr Gerhard Baalmann, Herr Hermann Hanenkamp, Herr Heinz Holt sowie Herr Heinrich Lüttel. Wichtigste Punkte der Tagesordnung waren die Wahl eines Vorstandes und die Annahme der Satzung.
Gewählt wurden als
Vorsitzender: Herr Hanenkamp
Schriftführer: Herr Holt
Kassenwart: Herr Schomaker
Eine Vorlage für eine Satzung hatte ich mir von Herrn Helmkamp - Leiter des Meppener Kirchenchores - besorgt. Nach meinem Vorlesen dieser Satzung wurde sie von den Teilnehmern dieser Versammlung angenommen. Herr Huuck, der zu dieser Versammlung auch erschienen war, erläuterte zunächst sein Vorgehen, wie er den Musikverein aufbauen wollte. Dann erklärte er uns seine mitgebrachten Musikinstrumente, die er von einem Osnabrücker Musikgeschäft erwerben konnte. - So sagte er uns. - Ob von diesem seinem Angebot auch Gebrauch gemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aus meiner Erinnerung habe ich dieses niedergeschrieben.
Bernhard Schniederalbers
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